Geschichte

"Ein Ort mit besonderer Vergangenheit"

Geschichte Propstei

Unsere idyllische Kirche liegt am linken Rheinufer, unterhalb Stein am Rhein. Die Dachreiter des mittelalterlichen Gemäuers weisen das Gebäude als Gotteshaus aus, eine angeschnittene ehemalige Arkadenreihe verrät die ursprüngliche dreischiffig-basilikale Kirche. Im verbleibenden Gebäudewinkel der Anlage, die von 1083/87 bis 1417 eine kleine Benediktinergemeinschaft, dann bis zur Reformation eine Propstei-verwaltung beherbergt hat, dient seither der Evang. Kirchgemeinde Wagenhausen als Pfarrkirche.

Der Gründungsbau von 1083/87 wurde zum Teil aus zurecht gespaltenen Feldsteinen, die Pfeiler, Arkaden und Kanten aus Jurakalk und die Fenstergewände auf Tuff errichtet. Etwa um 1100 wurde der Westteil ein Raub der Flammen, welche auch die Kirche mitgeschädigt haben; die Rötung der Steine deuten darauf hin. Nach benediktinischem Muster wurde mit dem Neubau im Osten begonnen. Im Erdgeschoss lagen die Sakristei, der Raum zum Kapitel und wahrscheinlich die Wärmestube. Im Obergeschoss befanden sich der Schlafsaal und das Dormitorium; die Küche und der Speiseraum (Reflektorium)waren im Südflügel untergebracht. Im dem 1829 abgetragenen Westflügel waren die Vorratsräume und die Oekonomie untergebracht.

1563 wurde der Ostflügel in Fachwerk aufgestockt, ein Saal eingerichtet und ausgemalt. 1891 wurde das Westwerk vollends ausgeräumt; 1937 erfolgte die Aussen-, in den Jahren 1950/1951 die Innenrenovation. Danach wurde das gesamte Bauwerk unter den Schutz der Eidgenossenschaft gestellt. Im Kreuzgang ist nur noch der 1983 restaurierte Ostflügel erhalten. Der jetzige Dachreiter, wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert, sitzt direkt über dem erneuerten geriegelten Giebelfeld des Altarhauses. Das jetzige Geläut in der Glockenstube wurde am 30. Januar 1955 eingeweiht. Es besteht aus der Marienglocke von 1291, der Beatrixglocke von 1514 und der zweiten Marienglocke von 1954.